Der Ort
"Worpswede, Worpswede, Worpswede .... es ist ein Wunderland", schrieb die Malerin Paula Becker 1897 begeistert in ihr Tagebuch. Der Dichter Rainer Maria Rilke schwärmte von einem „Himmel von unbeschreiblicher Veränderlichkeit und Größe“. Bis heute ziehen Worpswede und der Himmel über dem Weyerberg Künstler wie kunstinteressierte Besucher in den Bann.
Birkengesäumte Straßen führen über Bremen hinaus nach Norden, bis an den Rand des Weyerberges, zu dessen Füßen das weltbekannte Künstlerdorf liegt. Sanft wölbt sich die bewaldete Sanddüne auf 54,4 Meter. Die Häuser stehen, von Bäumen dicht umschlossen, in einem großzügigen Halbkreis um den Berg.
Seit sich ab 1884 Fritz Mackensen und seine Künstlerfreunde hier niederließen, sind ihnen bis heute viele Kunstschaffende gefolgt. Und noch immer verbinden sich in Worpswede Kunst, Kultur, Architektur und Landschaft zu einer einzigartigen Atmosphäre. Ausstellungen der Alten Worpsweder Meister in den Museen und Kunst- und Kulturstiftungen, internationale zeitgenössische Kunst in Galerien und Ateliers, Künstlerarchitektur umgeben von Gärten, Wäldchen und Feldern - in Worpswede liegen zwischen einem Spaziergang über den Weyerberg und dem Besuch eines Museums oder einer Vernissage keine Welten, sondern nur wenige und obendrein erlebnisreiche Meter. Die Verbindung von Kunst, Kultur und Landschaft ist genau das, was Worpswede zu einem ganz besonderen Erlebnis macht.
Falls Sie nur einige Stunden für den Besuch von Kunst und Kultur in Worpswede einplanen – kommen Sie doch wieder und bleiben für einige Tage! Denn das reizvolle Künstlerdorf am Rande des Teufelmoores lädt nicht nur zum Verweilen und Flanieren ein, sondern auch zum Fahrradfahren und Wandern sowie zum Paddeln und zu Torfkahnfahrten auf der Hamme.
Das Bauerndorf
Die wenigen Höfe am Fuße des Weyerberges wurden 1218 erstmals erwähnt, als sie ihren halben Zehnten an das Kloster zu Osterholz abzutreten hatten.
Die Zahl der Bauern wuchs nur langsam, noch Mitte des 16. Jahrhunderts wurden ganze acht Siedler gezählt.
Die Hüklüth-Sage
Viele Sagen, Legenden, Grusel- und Schauergeschichten rankten sich von jeher um das Teufelsmoor. So heißt es, der Weyerberg habe seine Entstehung dem Riesen Hüklüth zu verdanken: Einst unternahm der Riese Hüklüth gelegentliche Fußmärsche durch die Moorniederungen nördlich von Bremen. Um in der sumpfigen Ebene nicht zu versinken, trug er Sand bei sich, den er dort verteilte, wohin er seine Schritte setzte. So entstanden die Sanderhebungen an verschiedenen Stellen und am Rande des Teufelsmoores, zu guter Letzt auch der Weyerberg.
Was heißt eigentlich Worpswede?
"Worps" bedeutet Hügel, "Wede" der Wald. Ein Hügelwald, ja, das ist Worpswede auch heute noch.
In "Weyer" steckt die "dahergewehte" Düne. Der Begriff lässt sich aber auch mit Wäldchen übersetzen. Hügelwald und Wäldchenberg - für die ersten Siedler waren der Berg und das Dorf eins.


